Diese Politiker stellt die SPD für die neue Landesregierung
Rheinland-Pfalz bekommt eine neue Landesregierung – und die SPD stellt als Koalitionspartnerin der CDU fünf Ministerinnen und Minister. Wer übernimmt welches Ressort, und welche personellen Überraschungen gibt es? Ein vollständiger Überblick.
Alexander Schweitzer stellt das SPD-Regierungspersonal offiziell vor (Quelle: SWR)
SPD als Juniorpartnerin der neuen Koalition
Nach der Landtagswahl vom 22. März 2026 und intensiven Koalitionsverhandlungen steht die künftige Landesregierung in Rheinland-Pfalz in den Startlöchern. Die CDU übernimmt die Führungsrolle – doch die SPD bringt sich mit fünf Ministerien als gleichgewichtiger Partner ein. Jede Partei erhält gemäß Koalitionsvertrag gleich viele Ressorts. Die Vereidigung ist für den 18. Mai geplant, wenn Gordon Schnieder zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden soll.
Wir sind bereit, Rheinland-Pfalz mit Verantwortung, Respekt und Entschlossenheit durch diese Zeit des Wandels in eine gute Zukunft zu führen.— Alexander Schweitzer, SPD-Verhandlungsführer
Die fünf SPD-Ministerinnen und Minister im Überblick
Doris Ahnen
Finanzen · Digitalisierung · StaatsmodernisierungDie erfahrenste Ministerin im SPD-Team bleibt, wo sie seit 2014 steht: an der Spitze des Finanzministeriums. Die 61-Jährige ist damit seit zwölf Jahren ununterbrochen im Amt – ein klarer Verhandlungserfolg für die SPD. Ihr Ressort erhält zusätzliche Zuständigkeiten für Digitalisierung und Staatsmodernisierung und avanciert so zur zentralen Steuerungsinstanz für die Zukunftsfähigkeit des Landes.
Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Arbeit · Soziales · Frauen · Familie · Jugend · Vize-MPEine bekannte Rückkehrerin an eine vertraute Wirkungsstätte: Die bisherige SPD-Fraktionsvorsitzende stand dem Arbeitsministerium bereits von 2014 bis 2021 vor. Nun kehrt sie mit erweitertem Auftrag zurück – ihr neu zugeschnittenes Ressort umfasst Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend. Darüber hinaus übernimmt sie das Amt der stellvertretenden Ministerpräsidentin. Vorgängerin Dörte Schall gehört dem neuen Kabinett nicht mehr an.
Clemens Hoch
Gesundheit · Wissenschaft · WeiterbildungKontinuität im Gesundheitsbereich: Clemens Hoch führt sein Ministerium seit 2021 und bleibt auch in der neuen Regierung im Amt. Sein Zuständigkeitsbereich wird künftig um den Bereich Weiterbildung ergänzt – ein politisches Signal für den Stellenwert lebenslangen Lernens in der neuen Koalition.
Michael Ebling
Wirtschaft · Energie · KlimaEin vertrautes Gesicht in neuer Rolle: Michael Ebling war zuletzt Innenminister des Landes – ein Amt, das nun an die CDU übergeht. Der frühere Oberbürgermeister von Mainz wechselt in das neu konzipierte Ministerium für Wirtschaft, Energie und Klima und übernimmt damit eines der wirtschaftspolitisch zentralsten Ressorts der neuen Regierung.
Sven Teuber
Kommunen · Bauen · Wohnen · KulturSven Teuber muss seinen bisherigen Ministerposten abgeben: Das Bildungsministerium, dem er erst seit dem vergangenen Jahr vorstand, fällt an die CDU. Der SPD-Bildungsexperte übernimmt stattdessen das neu geschaffene Ressort für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur – ein breites Aufgabenfeld mit unmittelbarer Relevanz für die Lebensbedingungen der Bürgerinnen und Bürger im Land.
Neuaufstellung auch an der Parteispitze
Parallel zur Kabinettsbildung vollzieht die rheinland-pfälzische SPD auch intern einen Neustart. Sabine Bätzing-Lichtenthäler hat angekündigt, den Landesvorsitz am 18. Mai niederzulegen – zeitgleich mit dem Amtsantritt der neuen Landesregierung. Sie wolle sich ausschließlich ihren Aufgaben als Ministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin widmen, die sie mit dem Parteiamt in Zeiten des politischen Umbruchs nicht vereinbar sehe.
Als Nachfolger an der Parteispitze wird Alexander Schweitzer gehandelt. Der scheidende Ministerpräsident wurde bereits zum Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion gewählt und gilt als klarer Favorit für den Landesvorsitz. Als möglicher Doppelvorsitzender von Fraktion und Partei soll er die SPD nach der Wahlniederlage vom März neu ausrichten – mit gestalterischem Freiraum außerhalb der Kabinettsdisziplin, aber mit ungebremstem politischen Gewicht.
Vereidigung am 18. Mai – CDU folgt morgen
Die CDU wird ihr Kabinettpersonal am Dienstag, den 12. Mai, vorstellen. Ursprünglich für die Vorwoche geplant, hatte sich die Bekanntgabe verzögert – berichten zufolge gestaltete sich die Besetzung des Bildungsministeriums als besondere Herausforderung. Am 18. Mai soll Schnieder dann offiziell zum Ministerpräsidenten gewählt und das gesamte Kabinett vereidigt werden. Damit kann die neue CDU-SPD-Landesregierung ihre Arbeit aufnehmen.





